Wie gesund ist Rapsöl?

Rapsöl ist ein hellgelbes Öl und wird aus dem Samen der Rapspflanze gewonnen. Der Raps mit seinem botanischen Namen Brassica napus leuchtet intensiv gelb auf den Feldern. Es handelt sich um das in Deutschland meistverwendete Speiseöl. Kaltgepresstes Olivenöl ist hochwertiger als das hellere und geschmackneutrale raffinierte Öl. Übrigens enthält Rapsöl, wie es in Deutschland Vorschrift ist, nur Spuren der Erucasäure, die das Öl bitter machen würde.

Wie funktioniert die Herstellung von Rapsöl?

In Europa wird (anders als in Kanada) hauptsächlich Winterraps angebaut. Das bedeutet, der Rapssamen wird im Spätsommer bis Herbst und die Ernte erfolgt im Frühsommer. Vor der Weiterverarbeitung wird der geerntete Samen gewaschen. Die anschließende Zerkleinerung ist ein wichtiger Schritt, um möglichst viel Öl herauspressen zu können. Die zerkleinerten Samen werden dann wird entweder kaltgepresst in einer Schneckenpresse oder in Ölmühlen heißgepresst und raffiniert.

Wer braucht Rapsöl? – Die Einsatzgebiete von Rapsöl

Rapsöl wird hierzulande hauptsächlich als Speiseöl geschätzt. Es wird für die Herstellung von Margarine und Mayonnaise verwendet. Kaltgepresstes Rapsöl ist prädestiniert für Salatdressings. Wer es am Herd einsetzen möchte, sollte auf niedrige Temperaturen achten. Das geschmacksneutrale raffiniertes Rapsöl kann zum Backen, Frittieren und Braten verwendet werden, da der Rauchpunkt bei bis zu 200 Grad Celsius liegt und es daher eine starke Erhitzung verträgt. Neben der Verwendung von Rapsöl in der Küche wird es umweltfreundlicher Schmierstoffzusatz sowie als Biodiesel eingesetzt. Um als Kraftstoff verwendet werden zu können, muss das Pflanzenöl noch einen weiteren Produktionsschritt durchlaufen, die so genannte Umesterung. Reiner Biodiesel ist aber kaum mehr in Gebraucht, stattdessen wird er in der Regel fossilem Diesel beigemischt.

Anforderungen an ein gutes Rapsöl

Ein gutes Rapsöl ist ein kaltgepresstes, denn es enthält im Gegensatz zu raffiniertem Rapsöl noch all die wertvollen Inhaltsstoffe der Rapspflanze. Zu erkennen ist das kaltgepresste Öl an seinem würzigen Duft und an der gelblichen, bernsteinernen Farbe sowie an seinem unverwechselbaren natürlichen Geschmack.

Vorteile und Nachteile von Rapsöl

Vorteile

Der größte Vorteil von Rapsöl ist zweifellos der hohe Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie der hohe Anteil an Vitamin E. Letzteres ist wichtig für die Gesundheit unserer Haut und wird aufgrund der Fettlöslichkeit im Öl besonders gut aufgenommen. Die essenziellen Fettsäuren Omega 3 und Omega 6 liegen im idealen Verhältnis vor. Speziell Omega 3 spielt eine wichtige Rolle im Organismus beim Kampf gegen Entzündungen. So hat Rapsöl das Potenzial, den Cholesterinspiegel zu verbessern (es senkt nur das schlechte LDL, nicht aber das gute HDL!) und uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Der Vollständigkeit halber sei bei der Auflistung der Vorteile noch der erschwingliche Preis erwähnt.

Nachteile

Dadurch, dass Rapsöl so viele ungesättigte Fettsäuren enthält, wird es schnell ranzig. Das kann sogar schon im Supermarkt passieren, wenn es übermäßiger Wärme und Licht ausgesetzt ist. Daher ist es wichtig, auch zuhause auf eine sachgemäße Lagerung zu achten. Noch ein Hinweis zum hochgelobten Omega-3-Fettsäure-Gehalt: Bei der Omega-3-Fettsäure in Rapsöl handelt es sich um ALA, die nur zu einem kleinen Prozentsatz vom menschlichen Organismus verwertet werden kann. Zudem unterliegt raffiniertes Öl vielen Bearbeitungsschritten, wobei die gefürchteten Transfette entstehen können. Die machen die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Öls dann schnell wieder zunichte. Auch kommen im Herstellungsprozess mitunter giftige Substanzen zum Einsatz. Ein weiterer Nachteil von Rapsöl: Die Rapspflanze wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder genetisch verändert, um höhere Erträge zu erzielen. Auch wird sie in riesigen Monokulturen angebaut, was zwar kostengünstig, doch für die Natur nicht unbedingt von Vorteil ist.

Worauf muss ich beim Kauf von Rapsöl achten?

Achten Sie darauf, ob es sich bei dem Rapsöl um raffiniertes oder um kaltgepresstes Rapsöl handelt. Sie erkennen das an der Farbe: hell = raffiniert, intensivere Farbe = kaltgepresst. Welches Sie bevorzugen sollten, richtet sich nach dem beabsichtigten Verwendungszweck (siehe oben). Nach dem Kauf von Rapsöl sollten sie es vor Wärme und Licht geschützt aufbewahren. Rapsöl in geöffneten Flaschen hält noch etwa ein bis eineinhalb Monate – im ungeöffneten Zustand aber bis zu einem Jahr.

Neuerungen bei Rapsöl: Kunststofferzeugung

Fossile Rohstoffe sind nicht unbegrenzt. Auf der Suche nach einer Alternative für die Produktion von Kunststoff sind Forscher auf Rapsöl gestoßen. Als Ausgangsstoff für die Kunststofferzeugung dient die im Rapsöl enthaltene Ölsäure. Die Forscher arbeiten daran, dieses für die Kunststofferzeugung nutzbar zu machen. Ihr Ziel: biologisch abbaubarer Kunststoff.

Welche Hersteller von Rapsöl gibt es?

In Europa gibt es viele große und kleine Hersteller von Rapsöl, von denen einige sich auf kaltgepresstes Bio-Rapsöl spezialisiert haben, während andere raffiniertes Rapsöl produzieren. Meist schneidet Rapsoel in Tests gut ab, wenngleich es manche Hersteller unterlassen, auf der Flasche anzugeben, dass es sich um raffiniertes Rapsöl handelt. Der Spürsinn der Verbraucher ist also gefragt.

Internet vs. Fachhandel: Wo kaufe ich mein Rapsöl am besten ein?

Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie Rapsöl lieber im stationären Handel oder im Internet kaufen. Heutzutage bieten schon schon viele Supermärkte einen Lieferdienst an, der Ihnen die Waren direkt bis nach Hause bringt, und das zu den gleichen Produktpreisen wie im Markt.

Wissenswertes & Ratgeber zu Rapsöl

Die Geschichte

Raps ist vermutlich eine Kreuzung aus dem Rübsen und dem Wildkohl. Gesicherte Hinweise auf einen gewerbsmäßigen Anbau in Europa gibt es aus dem Mittelalter. Der Ursprung des Rapsanbaus liegt im Mittelmeerraum. Anfänglich wurde das Öl allerdings nur als Lampenbrennstoff sowie zur Herstellung von Seife verwendet. Erst ab dem 19. Jahrhundert nutzten die Menschen Rapsöl auch als Lebensmittel. Starken Aufschwung erlebte die Rapsproduktion dann in den 1970er-Jahren, was auf ertragreichere Rapssorten und bessere Preise zurückzuführen ist. Seither konsumieren wir das Öl auch in purer Form.

Zahlen, Daten, Fakten

Rapsöl enthält 65 Prozent einfach gesättigte und 29 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren beträgt 6 Prozent, was den niedrigsten Fettgehalt unter allen Speiseölen darstellt. Um den Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken, sollten Sie pro Tag zwei Esslöffel Rapsöl zu sich nehmen.

Wie viel kostet Rapsöl?

Je nach Qualität (ob kaltgepresst oder raffiniert) und Marke schwanken die Preise von knapp 3 Euro pro Liter bis zu mehr als 8 Euro pro Liter.

Nützliches Zubehör zu Rapsöl

Bei Lebensmittel kann man zwar nicht wirklich von Zubehör sprechen. Wer Rapsöl als Basis für Salatdressings nutzen möchte, benötigt aber natürlich zumindest noch etwas Säure wie Essig oder Zitronensaft sowie Kräuter und Gewürze. Sie können das kaltgepresste Rapsöl aber auch pur über Ihre Speisen geben.

Alternativen zu Rapsöl

Als Alternative zu Rapsöl kann zum Beispiel Sonnenblumenöl, Olivenöl, Leinöl, Walnussöl, Mandelöl oder Distelöl verwendet werden. Die Zusammensetzung von Olivenöl kommt derjenigen von Rapsöl am nächsten, wobei der Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren bei Olivenöl höher ist. Aufgrund dieser Ähnlichkeit wird Rapsöl mitunter auch als „Olivenöl des Nordens“ bezeichnet.

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