Selen – Ein unverzichtbares Mineral mit zwei Seiten

Selen – Ein unverzichtbares Mineral mit zwei Seiten

Erst als toxisch eingestuft und später als lebensnotwendiges Spurenelement entdeckt: Selen, das konträr diskutierte Mineral mit bis zuletzt nicht vollständig geklärter Wirkung.

Allgemeines

Meerstiere enthalten Seelen
Meerstiere enthalten Seelen

Selen gilt als essentielles Spurenelement für den menschlichen Körper und liegt vor allem als Selenprotein vor. Die Wirkung von Selen wurde in der Historie unterschiedlich publiziert. Als man das Mineral 1842 das erste Mal entdeckte wurde es zunächst als toxisch für den menschlichen Organismus eingestuft. Erst 1957 konnte die lebensnotwendige Wirkung bewiesen werden.

Der Körper ist dazu in der Lage Selen abzuspeichern, weshalb eine zu hohe Zufuhr des Minerals die Gefahr einer Vergiftung birgt.

Funktion im Körper

Dem Spurenelement Selen wird laut der University of Maryland eine antioxidative Wirkung zugeschrieben. Dies bedeutet, dass durch die zellschützende Wirkung des Selens freie Radikale weniger Angriffsfläche im Körper haben.

Aus diesem Grunde vermutet man, dass Selen einige Krebsarten  vorbeugen kann. Diese Wirkung ist allerdings nicht belegt. Konträr dazu steht die Aussage der deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, dass Selen das Krebsrisiko sogar begünstigt.

Laut einer Studie der Universität Düsseldorf steht Selen außerdem im Verdacht das Risiko für Diabetes 2 zu erhöhen, da ein Zusammenhang mit der Schilddrüsenfunktion besteht.

Selen hat allerdings auch positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper. So kann es das Immunsystem stärken und wirkt als Gegengift bei einer Vergiftung durch Arsen, Blei, Cadmium und Quecksilber, da es in der Lage ist diese zu binden.

Aufnahme

Selen kommt in natürlicher Form in pflanzlichen und auch in tierischen Eiweißen vor. Der Selenanteil in pflanzlichen Nahrungsmitteln basiert auf dem Selenanteil in Ackerböden.

Besonders reich an Selen sind folgende Nahrungsmittel:

  • Innereien und rotes Muskelfleisch
  • Meerestiere
  • Paranüsse
  • Haferflocken
  • Bierhefe, Eier

Da durch die Nahrung ausreichend Selen aufgenommen wird, ist eine Supplementierung mit Nahrungsergänzungsmitteln nicht nötig.

Sollte man trotzdem zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen empfiehlt sich eine Einnahme von höchstens 25-30 µg Selen pro Tag.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Menschen 60-70 µg Selen pro Tag. Stillende haben derweil einen leicht erhöhten Bedarf des Minerals.

Selenmangel und dessen Symptome

In Deutschland ist ein klinischer Selenmangel besonders bei bestimmten Risikogruppen verbreitet. So können Menschen, die einer einseitigen Ernährungsweise folgen, wie zum Beispiel Vegetarier, einem höheren Risiko ausgesetzt sein an einem Selenmangel zu erkranken.

Auch bei Absorptionsstörungen oder Frühgeborenen kann ein solcher Mangel auftreten. Auch der Missbrauch von Alkohol kann die Aufnahmefähigkeit des Körpers stören und somit einen Mangel begünstigen.

 

Überdosis

Laut einer Arbeit zur Untersuchung der Selenaufnahme über die Nahrung bei Frauen im gebärfähigen Alter der Universität Bochum kann eine Seelenvergiftung bei einer chronischen Zufuhr von 700-1000 µg/Tag entstehen.

An 1000 µg/Tag klagen Betroffene über Übelkeit und Erbrechen, Nagelveränderungen, Austrocknung und Haarausfall sowie Empfindlichkeit und Schwellungen der Fingerspitzen.

Aus diesem Grunde stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung die übermäßige Einnahme von Selen als hoch bis mäßig riskant ein.


(Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass bei keiner der angeführten Therapien und Anwendungen der Eindruck erweckt wird, dass hier ein Heilungsversprechen unsererseits zugrunde liegt, bzw. Linderung oder Verbesserung einer Erkrankung garantiert oder versprochen wird.)